Das Wichtigste in Kürze

Seit einigen Jahren ist die Anzahl Karate-Schülerinnen und -Schüler in den meisten Schweizer Dojos rückläufig. Besonders in den Altersgruppen der Jugendlichen (14 bis 20 Jahre) und Erwachsenen (21 bis 40 Jahre) gibt es kaum noch Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger. Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken, müssen wir die Bekanntheit von Karate in der Öffentlichkeit steigern und den Mehrwert von regelmässigem Karate-Training deutlich machen. Der vorliegende Bericht ist ein erster Schritt dazu.

„Was bringt mir Karate?“ Mit einer Umfrage bei insgesamt 56 Leiterinnen und Leitern von Karate-Dojos in der ganzen Schweiz konnten wir im Hebst 2017 Antworten auf diese Frage, sowie Erfahrungen und Erlebnisberichte zusammengetragen. Die grosse Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass Karate viele positive Wirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit hat und dies in allen Altersklassen. Regelmässiges Karate-Training führt demgemäss vor allem zu höherer Fitness, Beweglichkeit und Kraft, zu geistiger und seelischer Ausgeglichenheit, sowie zu besserer Konzentrationsfähigkeit. Aber auch von verbesserter Ausdauer und Reaktionsfähigkeit, mehr Willensstärke, besserem Selbstwertgefühl und höherer Frustrationstoleranz wird berichtet. Bei Kindern bedeutet das häufig, dass sie dank ihrer Karate-Erfahrungen besser mit Problemsituationen umgehen können: Sie werden seltener gemobbt und die schulischen Leistungen steigern sich. Bei Jugendlichen trägt Karate viel zur Lebens- und Lernmotivation bei, bei den Erwachsenen zum geistigen Ausgleich und Stressabbau. Bei den Seniorinnen und Senioren schliesslich steht die Freude über die Erhaltung oder die Wiedererlangung der körperlichen Fitness im Vordergrund.

Aus den Resultaten der Umfrage ergeben sich drei Empfehlungen:

  1.  Jugendliche und Erwachsene sind die Zielgruppen die wir besonders ansprechen müssen. Als Leiterinnen und Leiter von Karate-Dojos müssen wir dafür sorgen, dass unsere Trainings für diese beiden Zielgruppen attraktiv sind. Also müssen wir unsere Trainingsmethoden so gestalten, dass sie den Bedürfnissen dieser beiden Zielgruppen gerecht werden.
  2. Spezifisch an Karate ist das Ziel, Körper und Geist gleichzeitig zu schulen und ins Gleichgewicht zu bringen. Der Hintergrund dafür liegt in der japanischen Tradition des Karate begründet und, genereller, in der asiatischen Philosophie, auf der sie aufbaut. In unseren Werbebotschaften müssen wir diese Besonderheiten von Karate stärker hervorheben.
  3. Der Schweizerische Karateverband (SKF) sollte grössere Anstrengungen unternehmen, die positiven Aspekte von regelmässigem Karate-Training einer
    breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die Werbeaktivitäten sollten verstärkt werden, damit potenziell interessierten Personen im Erwachsenenalter klar wird, dass der Einstieg ins Karate auch in ihrem Alter möglich, sinnvoll und erfüllend ist. Eine gute Gelegenheit dafür bietet sich bereits 2020. Die erstmalige Beteiligung von Karatekas an den Olympischen Spielen in Tokio wird unserem Sport eine öffentliche Aufmerksamkeit bescheren, die für die Förderung und Bekanntmachung von Karate
    als Breitensport genutzt werden kann und muss.

Zum gesamten Bericht der Umfrage

Französische Version

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